Mit der Gründung des Verbands im April 2023 wurde der Minhag ins Leben gerufen, dass sich die JLEV-Mitgliedsgemeinden zweimal im Jahr im Rahmen eines Schabbatons gegenseitig besuchen. Zu einem ersten Schabbaton lud die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover ein. Die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover ist mit rund 800 Mitgliedern die größte JLEV-Gemeinde. Sie verfügt über eine beeindruckende Infrastruktur, zu der eine Kita, ein Gemeinde-Café, ein Seniorentreff und eine Bibliothek gehören.
An dem Schabbaton von 14.-16. Juli nahmen Juden und Jüdinnen aus den Mitgliedsgemeinden Frankfurt, Hameln, Freiburg, Hamburg und Kassel-Felsberg teil. Dieses erste Treffen stand ganz im Zeichen des Sich-Kennenlernens und der Ziele von JLEV. Nachdem sich die JLEV-Gemeinden in einem ersten Get Together vorgestellt hatten, richtete der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer, ein Grußwort an die Anwesenden. Ein erstes Highlight des Treffens war Kabbalat Schabbat unter der Mitwirkung von Chasan Yoed Sorek, Rabbinerin Elisa Klapheck und Chasan Daniel Kempin in der großzügig gestalteten Synagoge der liberalen Gemeinde.
Am Samstag nach dem Schacharit teilten sich die Teilnehmenden in verschiedene Kleingruppen auf und widmeten sich u. a. den Themen Gründung eines JLEV-Lehrhauses (online), inklusive Familien-, Kinder- und Jugendarbeit, den Kinder- und Jugendorganisationen Netzer und Tamar sowie der zukünftigen Netzwerk- und Social Media Arbeit. Ein kurzes Lern-Mincha mit Rabbi Elisa leitete das Abendprogramm ein, das mit einer wunderbaren Hawdala-Feier endete.
Sonntagvormittag gab der JLEV-Vorstand Einblicke in die Verbandsstruktur und stellte seine Ideen und Zukunftsperspektiven vor. Bevor dann alle ihre Heimfahrt antraten, sprach Rabbi Elisa eine Tefilat haDerech.
Der Auftakt der JLEV-Mitgliedstreffen darf als voller Erfolg bezeichnet werden. Das gemeinsame Beten, der fachliche Austausch und das neue Zusammengehörigkeitsgefühl entließ alle Teilnehmenden beschwingt in ihre Heimatgemeinden mit der Gewissheit, sich im Herbst gleich zu einem weiteren Schabbaton in Frankfurt a. M. widerzusehen.