7. Schabbaton: JLEV erneut beim Egalitären Minjan 

Von Esther Graf

Der vor drei Jahren unter dem Dach des Zentralrats gegründete „Jüdische Liberal-Egalitäre Verband“ – kurz JLEV- traf sich von 17.-19. April erneut zu einem Schabbaton beim Egalitären Minjan in Frankfurt. Um die 50 Personen aus acht Mitgliedsgemeinden bzw. Mitgliedsgruppierungen nahmen an dem Treffen teil.

An ein Get Together bei Kaffee und Kuchen am Freitagnachmittag in unserem frisch renovierten Kidduschraum schloss sich eine Inforunde und ein Schiur von Rabbi Elisa Klapheck und Rabbi Alexander Kovtun zum Begriff „Zionismus“, der von Antisemit*innen missbraucht wird.

Beim Kabbalat Schabbat G-ttesdienst platzte unsere Synagoge fast aus allen Nähten. Die Stimmgewalt der vielen Anwesenden erzeugte eine besonders feierliche Stimmung.

Das Schacharit am Samstagmorgen mit einer Drascha von Rabbiner Yoki Amir, dem rabbinischen Leiter des liberalen Regina Jonas Rabbinerseminars, stand unter einem ganz besonderen Vorzeichen: Mitglieder aus Göttingen und Frankfurt gaben ihr Leijn-Debut. Nach einer Vorbereitung über mehrere Wochen durch Chasan Daniel Kempin und Chasanit Ejnat Willing haben Jacquline, Lil und Samuel an diesem Schabbat zum ersten Mal aus der Tora gelesen.  Nach dem anschließendem Kiddusch berichtete JLEV-Vorstandsvorsitzende Dr. Rebecca Seidler über Aktivitäten des Vorstands und hob hervor, wie wichtig es heutzutage sei, dass JLEV dem liberalen Judentum in Deutschland unter dem Dach des Zentralrats eine Stimme gebe.

Ein weiteres Highlight war am Samstag eine Stadtführung durch das jüdische Frankfurt, das mit einer Sonderführung von Dr. Mirjam Wenzel durch die Sonderausstellung „Mischpocha – the Art of Collaboration“ im Jüdischen Museum endete. Gesegnet mit herrlichem Frühlingswetter konnten wir die Hawdala auf der Terrasse des Life Deli machen.

Parallel zum Schiur von Netzer Germany fand ein Schiur über Riten der liberalen Chewra Kadischa statt. Am Sonntagvormittag folgte dazu eine Führung durch die Tahara-Räume und durch das interkonfessionelle Beerdigungsfeld auf dem Friedhof der Jüdischen Gemeinde an der Eckenheimer Landstraße. Parallel dazu leitete Michal Schwartze (Egalitärer Minjan) einen Workshop zum Thema „Hat das Judentum ein Geschlecht? (Queer)Feministische Auslegungen von Schriften und Gebeten“. Zum Abschluss des Schabbaton berichtete Julia Bernstein, Professorin an der University of Applied Science über die Gründung des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender.  

Da unser frisch renovierter Kidduschraum für die  Menge an Teilnehmenden nicht gemütlich Platz bot, konnten wir dankenswerterweise für alle Kidduschim in die nahegelegenen Räume des Treffpunkts der Schoa-Überlebenden und ihrer Nachfahren in der Friedrichstraße 10-12 ausweichen. 

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